Wer auf der A71 durch Thüringen fährt, durchquert an einer Stelle das mit Abstand längste Autobahnbauwerk seiner Art in Deutschland: den Rennsteigtunnel. Mit rund 7.916 Metern führt er unter dem gleichnamigen Höhenkamm hindurch, der dem Tunnel seinen Namen gibt — dem Rennsteig, dem berühmten Wanderweg entlang des Kamms des Thüringer Waldes.

Benannt nach dem Kamm, den er unterquert

Der Rennsteig ist einer der bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands und zieht sich über weite Strecken entlang des Kamms des Thüringer Waldes. Genau diesen Höhenzug unterquert der nach ihm benannte Tunnel auf der A71 zwischen Ilmenau und Suhl. Ohne dieses Bauwerk müsste der Verkehr den Kamm oberirdisch über kurvenreiche, wetteranfällige Strecken überwinden — mit dem Tunnel wird die Querung dagegen schnell, direkt und weitgehend witterungsunabhängig möglich.

Die A71 selbst verbindet den Thüringer Ballungsraum um Erfurt und Ilmenau mit dem südlichen Thüringen und schließt dort an das übrige Autobahnnetz Richtung Bayern an. Der Rennsteigtunnel bildet dabei das technische Herzstück der gesamten Strecke.

Zwei Röhren von Anfang an

Anders als viele ältere Alpentunnel wurde der Rennsteigtunnel von vornherein mit zwei getrennten Richtungsröhren geplant und gebaut. Jede Fahrtrichtung erhielt damit einen eigenen, baulich vollständig getrennten Tunnel — Gegenverkehr auf engem Raum, wie er bei einröhrigen Bauwerken vorkommt, gibt es hier von Beginn an nicht. Regelmäßige Querschläge verbinden beide Röhren als zusätzliche Fluchtmöglichkeit im Ernstfall.

Diese Bauweise gilt heute als Standard für neue, lange Tunnelbauwerke, weil sie das Risiko von Frontalzusammenstößen im Gegenverkehr von vornherein ausschließt und für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss sorgt, da riskante Überholmanöver im Gegenverkehr innerhalb der Röhre entfallen.

Eine Region rückt näher zusammen

Der Rennsteigtunnel ist eingebettet in die A71, die zusammen mit der A73 den Thüringer Wald in mehreren Tunneln durchquert und damit eine Region erschließt, die touristisch vor allem für Wanderungen entlang des Rennsteigs selbst sowie für ihre dichten Wälder und Mittelgebirgslandschaften bekannt ist. Vor dem Bau der Autobahn war diese Gegend über weite Strecken nur auf kurvenreichen Bundesstraßen zu erreichen. Mit dem Tunnel und der gesamten Trasse rückten Städte wie Erfurt, Ilmenau und Suhl deutlich näher zusammen — ein Effekt, der weit über den reinen Straßenverkehr hinausreicht und auch Wirtschaft und Tourismus der Region zugutekommt.

Fast acht Kilometer im Fels — der Rennsteig wird für Autofahrende zur Nebensache.
Schematische Darstellung eines Tunnelportals unter einem bewaldeten Höhenzug wie dem Thüringer Wald.

Sicherheit auf einer der längsten Röhren des Landes

Für Reisende zwischen Thüringen und Bayern ist der Rennsteigtunnel damit weit mehr als ein technisches Rekordbauwerk. Er zeigt beispielhaft, wie moderner Tunnelbau eine ganze Mittelgebirgsregion enger zusammenrücken lässt — zuverlässig, unabhängig von Wetter und Jahreszeit.

Reines Informationsangebot: Bundesasphalt verkauft nichts und nennt keine Preise. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben — etwa zu Sperren oder Baustellen — erteilt ausschließlich die offizielle Quelle, die Autobahn GmbH des Bundes.

Quelle & weiterführende Informationen: Angaben in diesem Beitrag beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen, insbesondere der Autobahn GmbH des Bundes (autobahn.de). Bundesasphalt ist ein unabhängiges, redaktionelles Informationsangebot ohne Verkauf von Waren oder Dienstleistungen.